Jana Wolff

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Kurzprofil

  • Name: Jana Wolff
  • Wahlkreis: WK 12 – Schwerin – Ludwigslust-Parchim I – Nordwestmecklenburg I
  • Beruf: Lehrerin
  • Arbeitgeber: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V
  • Alter: 50 Jahre
  • Familienstand: verheiratet, 3 Kinder
  • Ort: wohnt in 19053 Schwerin

Mitgliedschaften

BUND, ATTAC, NABU, Förderin von Campact, Umweltinstitut München, Abgeordnetenwatch, Bürgerbündnis 2017, Friedenssteuer, Aktion Agrar, Humanwirtschaft, Friedensgesellschaft, Stopp Ramstein Campagne,Aktion Aufschrei-Stoppt den Waffenhandel, Publik Forum…

Fragen und Antworten

Warum wollen Sie DirektkandidatIn werden?

Ich bin Mutter von drei Kindern und Lehrerin und möchte den Kindern später sagen können, dass ich an einer Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse mitgewirkt habe. Ich hoffe auch, dass ich für sie und für die Schüler eine Vorbildfunktion darstelle, indem ich mich mit der Funktion als Direktkandidatin in politische Belange einmische und somit auch gute Entscheidungen bewirken kann. Ich habe bemerkt, dass die etablierten Parteien immer weniger das eigentliche Volk vertreten, dafür aber besonders die Interessen der Finanz- und Industriewirtschaft beachten, ganz im Sinne von "marktkonformer Demokratie", wie es Frau Merkel bezeichnet hat. Doch mit dieser Art der Martktwirtschaft entfernen wir uns zunehmend von demokratischen Verhältnissen, da die für die Mehrheit der Menschen wirklich wichtigen Entscheidungen gar nicht mehr auf der Tagesordnung stehen und mit Missachtung gestraft werden.Dies macht sich z.B. im Vorfeld des G 20 Gipfels an der Ignoranz der politischen Elite gegenüber alternativen Welthandelskonzepten zahlreicher Nichtregierungsorganisationen bemerkbar.Im Gegenteil- die Spekulation auf Nahrungsmittel von sogenannten Hedgefonds ausgeübt, kann ungehindert fortgeführt werden und ganze Länder in Armut, und große Not und sogar in den Hungertod stürzen. Wir leben in Zeiten von verheerenden Krisen; da kann ich nicht auf dem Sofa sitzenbleiben und hoffen, dass sich alles zum Besseren wenden wird. Wenn nicht wir, also die Menschen an der Basis aufwachen und versuchen, die Welt zum Besseren zu bewegen, wird es kein anderer tun.

Welche Qualifikationen bringen Sie für die Arbeit als DirektkandidatIn mit?

Als Lehrerin bin ich den Umgang mit Menschen gewohnt und habe duch meine Arbeit erfahren, dass viele Menschen die Politik, die von den etablierten Parteien gemacht wird, nicht mehr mittragen können. Ich halte meinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn für meinen inneren Antrieb und werde nicht locker lassen, bis Gerechtigkeit herrscht, z.B bei der extremen Ungleichverteilung des gesellschaftlichen Reichtums (siehe aktueller Armutsbericht der Bundesregierung). Sicherlich muss ich im Politikbetrieb einiges dazulernen. Ich denke aber, dass ich gegenüber den alteingesessenen Politikern einen Vorteil habe, da ich frisch und unverdorben an die Sache herangehe, nachdenke und die Menschen (nicht die Partei) befrage, bevor ich Entscheidungen treffe, mich dabei meinem Gewissen verpflichtet fühle und vor allem mit Neugierde und dem Herzen am rechten Platz dabei sein möchte.

Welche Person würden Sie am ehesten als Vorbild für sich ansehen und warum?

Ich bewundere Menschen, die sich ihr gesamtes Leben für "die gute Sache" einsetzen und nach Niederlagen immer wieder aufstehen und weitermachen. Edward Snowden ist für mich ein tolles Beispiel dafür, dass es Menschen mit Rückgrat gibt, die, ohne auf ihr eigenes Wohl zu schauen, ehrlich und aufrichtig Menschen aufklären, damit diese in Bewegung kommen und lernen, sich zu wehren.

Welches politische Projekt wollen Sie bei einer Wahl für Ihre BürgerInnen als Erstes ins Leben rufen?

Ich möchte, dass die Hürden für Volksentscheide und Volksbegehren herabgesenkt werden, so dass wieder mehr Partizipation für die einzelnen Bürger möglich wird. Doch dafür ist natürlich auch eine objektive und unabhängige Aufklärung und Wissensvermittlung notwendig. Viele Menschen sind daran interessiert, die gegenwärtigen Verhältnisse zu verbessern und haben durch viel Forschungsarbeit in ehrenamtlicher Tätigkeit oder wenig bezahlter Arbeit (siehe NGOs wie z.B. attac)hervorragende Lösungsansätze für eine gerechtere Welt erarbeitet.Diese gilt es zu unterstützen. Unser Leben miteinander steht und fällt mit einer solidarischen Wirtschaft, die für das Gemeinwohl (Gemeinwohlökonomie unter ethischem Kodex)arbeitet, und nicht einer Wirtschaft, die auf Profite und ewiges Wirtschaftswachstum zielt.

Welches politische Ereignis hat sie in letzter Zeit besonders gefreut?

Eigentlich keines. Deshalb bin ich ja auch so motiviert, endlich etwas zu bewegen. Mich haben politische Ereignisse wie die Wahlen im Saarland, NRW und Schleswig-Holstein eher sehr enttäuscht. Auch der Zulauf zu Parteien, die gegen Menschen hetzen, stimmt mich nachdenkend. Es würde mich freuen, wenn wieder mehr Menschen beginnen, nachzudenken und die Dinge zu hinterfragen. So sollten wir bei unseren Entscheidungen nicht die Symptome der Krankheit beseitigen, sondern die Ursachen benennen und beginnen, an deren Veränderung zu arbeiten.

Wie garantieren Sie Ihre Unbestechlichkeit?

Ich versuche seit Jahren mit weniger klar zu kommen. Und das gelingt mir ganz gut. Frei nach der Devise: Je mehr du besitzt, desto mehr musst du dich kümmern und desto weniger Zeit hast du. Daran habe ich mich gehalten und es tut gut, da es auch entschleunigt. Ich genieße eher die freie Zeit, die dadurch bleibt. Ich habe mir viele Prinzipien im Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft angeeignet- warum sollte ich dann plötzlich zum habgierigen Raffzahn werden?

Wie sieht Ihr Werdegang aus?

Ich bin 1967 in Neustrelitz geboren und dort bis 1986 zur Schule gegangen. Nach dem Studium fürs Lehramt (Biologie, Sport, Englisch)in Rostock bin ich in er Welt umhergereist (Ghana, Andalusien, Südamerika, Californien)und konnte viel Erfahrungen sammeln, Menschen verschiedener Kulturen kennenlernen und noch heute plagt mich manchmal das Fernweh. Glücklich verheiratet gründeten mein Mann und ich eine Familie und wir freuen uns über 3 tolle Kinder. Seit der Zeit im Elternjahr war ich selbständig an Musikschulen als Lehrerin tätig und arbeitete als angestellte Lehrerin an allgemein bildenden Schulen. Nach der Gründung eines Betriebsrates in einer Privatschule in Schwerin und der zweijährigen Funktion als Betriebsratsvorsitzende kündigte ich die Tätigkeit an der Schule, da eine ehrliche Arbeit für das Kollegium kaum durchführbar war. Das politische Bewusstsein war mit der Betriebsratsarbeit geweckt und es drängte mich aus Neugier nach weiterer Aufklärung und Aktivität, um aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern. Durch die aktive politische Mitarbeit in der Schweriner BUND Gruppe und viele Aktionen gegen die Freihandelsabkommen fühlte ich mich verantwortlich,ein Bürgerkomitee in Schwerin auf Vorschlag von M. Grimmenstein zu gründen. Hier habe ich Hoffnung, mehr Menschen für eine erfolgreiche Einmischung in politische Belange an der Basis durch direktere Demokratie zu bewirken.

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